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Erstwähler-Check in Sachsen-Anhalt

Verfasst von Gast am 16. März 2011 - 15:26
erstwähler | Landtagswahl | Sachsen-Anhalt | Wahlbeteiligung
Abstimmen, gefälligst!

Aber jeder nur ein Kreuz! - So oder so ähnlich heißt es am 20. März für 85.000 junge Menschen in Sachsen-Anhalt. Sie sind Erstwähler und dürfen zum ersten Mal ihre Kreuze machen. Doch wer sind sie? Wie verhalten sie sich? Und wie werden sie am 20. März entscheiden und mitbestimmen? Wählerisch hat die Lupe ausgepackt und schaut einmal genau auf diese Gruppe.

85.000 Sachsen-Anhaltiner wählen zum ersten Mal

Erstwähler sind junge Menschen, die zum ersten Mal zu einer Wahl gehen dürfen. Am 20. März, bei der Landtagswahl, sind dies insgesamt 85.000 junge Sachsen-Anhaltiner. Sie sind alle zwischen dem 27. März 1988 und dem 20. März 1993 geboren und somit in den vergangenen fünf Jahren volljährig geworden. Da sie bisher noch nie gewählt haben (zumindest nicht bei einer offiziellen politischen Wahl) weiß noch niemand so genau, wie sie sich verhalten werden...

 Die Stimme der Jugend ist dieses Jahr sehr schwach

Hier nun ein paar Fakten: 85.000 Erstwähler – das klingt erst mal viel? Mitnichten. Die Statistik zeigt, dass die Zahl der Erstwähler sinkt. Waren es vor fünf Jahren noch 135.000, die ihre Kreuze zum ersten Mal setzen duften, sind es dieses Mal bloß 85.000. Erstwähler machen damit lediglich einen Anteil von 4,3 Prozent an allen sachsen-anhaltinischen Wahlberechtigten aus. Das ist jeder Zwanzigste. Das bedeutet aber auch: Die Stimme der Jugend ist dieses Jahr sehr schwach - wer da nicht wählen geht, trägt automatisch dazu bei, dass jugendliche Interessen in der Politik weniger vertreten sind.

Nur jeder vierte Erstwähler nutzt sein Wahlrecht

Und das ist leider der Fall. Denn die Statistik zeigt: Viele Erstwähler nehmen ihre Chance auf politische Mitbestimmung gar nicht wahr. 2006, bei der letzten Landtagswahl lag die Wahlbeteiligung besonders niedrig. Nur jeder Vierte der 21- bis 25-Jährigen gab seine Stimme ab. Im Durchschnitt wählten 44,4 Prozent (ein historischer Tiefwert) aller Sachsen-Anhaltiner, die aktivsten Wähler waren die 60- bis 70-Jährigen.

Keine Experimentierfreude

Aber wie wählen junge Wähler, wenn sie überhaupt wählen gehen? In erster Linie wenig experimentierfreudig. Bei der vergangenen Wahl profitierten vor allem die beiden Koalitionsparteien SPD und CDU von den Stimmen der Jugendlichen. Mehr als jeder Vierte machte sein Kreuz bei der CDU, die SPD folgte dicht auf. Aber auch die kleinen Parteien konnten bei den Jugendlichen punkten: Die FDP, die Grünen und die damals zur Wahl antretende DVU, also das rechte Lager, bekamen zahlreiche Stimmen. Sie alle wären, wenn es nach dem Willen der Jungwähler gegangen wäre, ins Parlament eingezogen.

Mit der Arbeit der aktuellen Regierung zufrieden

Und wie wird es dieses Mal sein? Die Umfragen prognostizieren erneut eine sehr geringe Wahlbeteiligung. 34 Prozent der Wähler wollen gar nicht wählen gehen, ungültig wählen oder wissen noch nicht, ob sie am 20. März ihre Kreuze machen. Bei den Jugendlichen liegt aktuell die CDU gut im Rennen und auch die NPD scheint für viele eine wählbare Option: Beinahe jeder Dritte Jugendliche ist bereit, möglicherweise die NPD zu wählen. Dem entgegen stehen allerdings 84 Prozent der Gesamtbevölkerung, die sich überhaupt nicht vorstellen können, ihr Kreuz bei der vom Verfassungsschutz beobachteten Partei zu machen.Gleichzeitig bewerten junge Wähler aber auch die Arbeit der derzeitigen Regierung sehr positiv.Vor allem die SPD würden sie gerne in der Führungsrolle des Landes sehen.

Jedes Kreuz zählt

Klingt alles ein wenig diffus? Vielleicht. Schließlich stehen viele Parteien zur Wahl, viele Optionen sind denkbar. Und letztlich braucht auch die politische Entscheidungsfindung Zeit – welcher Partei fühle ich mich nahe? Wer vertritt meine Meinung und meine Interessen am besten? Sich diese Fragen zu stellen und zu beantworten, braucht mehr als nur ein paar Sekunden. Aber noch ist ja ein wenig hin, bis zum 20. März. Und bis dahin gibt es einige hilfreiche Wahltools, die die Entscheidung erleichtern können. Denn am Ende gilt vor allem Eines: Jedes Kreuz zählt, jugendliche Interessen in die Politik einzubringen!

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Kommentare

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